Forschung

Innerhalb der Wirtschaftswissenschaften kommt der empirischen Wirtschaftsforschung eine immer größere Bedeutung zu. Aktuelle Debatten über Ursachen und Folgen sozialer und wirtschaftlicher Entwicklungen sowie über die Ausrichtung der Wirtschaftspolitik basieren in zunehmendem Maß auf den Ergebnissen empirischer Forschung. Im Kompetenzfeld Empirische Wirtschaftsforschung (EWF) arbeiten aktuell rund einhundert Forscherinnen und Forscher der drei UA Ruhr-Universitäten und des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung sowie in etwa die gleiche Anzahl an Promovierenden an für die empirische Wirtschaftsforschung einschlägigen Themen. Strategisches Ziel dieser Kooperation ist es, das Kompetenzfeld EWF durch die Bündelung exzellenter Forschung als international sichtbares Zentrum für empirische wirtschaftswissenschaftliche Forschung zu etablieren.

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Das Kompetenzfeld EWF bettet die vielfältigen bereits an den beteiligten Institutionen vorhandenen Kompetenzen auf den Gebieten der angewandten empirischen Wirtschaftsforschung, der Methodenentwicklung und der wissenschaftlichen Politikberatung in einen gemeinsamen Rahmen ein und ermöglicht es dadurch, sie besser zu verzahnen und so standortübergreifende Komplementaritäten zu nutzen. Dabei arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der drei wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der UAR, der einzigen Statistik-Fakultät in Deutschland an der TU Dortmund sowie das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen eng zusammen. Darüber hinaus stellt das Forschungsdatenzentrum Ruhr am RWI eine Vielzahl an Datensätzen für die empirische Forschung zur Verfügung.

Alle beteiligten Forscherinnen und Forscher wenden ökonometrische Verfahren in der empirischen Analyse von wirtschaftlichen Zusammenhängen an und entwickeln diese problembezogen weiter. Dabei umspannen die Anwendungsfelder ein weites wirtschaftswissenschaftliches Spektrum. Die hierdurch gelebte Anwendungs- und Methodenvielfalt ermöglicht es, innerhalb des Kompetenzfelds hohe Synergien zu schöpfen. Forschungsfelder des Kompetenzfelds sind u.a. Arbeit, Gesundheit, Energie und Klima sowie Investitionen.

Perspektiven in der empirischen Wirtschaftsforschung

Das hier gebündelte Forscherkollektiv wendet ökonometrische Methoden aus drei übergreifenden Perspektiven an. Die erste Perspektive ist die mikroökonomische Sicht („Mikro“). Sie analysiert juristische und natürliche Individuen und erfasst so das Verhalten von Menschen oder Unternehmen sowie deren Zusammenwirken in Haushalten oder Industrien typischerweise in einem bottom-up-Ansatz. Aggregiert man ökonomische Akteure hinreichend, so gelangt man zur makroökonomischen Perspektive („Makro“), welche sich mit der Frage der Auswirkungen dieser Aggregate aufeinander und untereinander beschäftigt (top-down).

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Mikroökonomik und Makroökonomik bilden gemeinsam das klassische Feld der Ökonomik als derjenigen Wissenschaft ab, die sich mit menschlichem Verhalten im Hinblick auf alternative Nutzungsmöglichkeiten im Angesicht beschränkter Ressourcen beschäftigt. Zahlreiche Fragestellungen beider Bereiche weisen räumliche Aspekte auf, die das gesamte Spektrum von lokalen bis globalen Räumen umfassen, und aufgrund ihrer hohen Bedeutung für wirtschaftliche Aktivität, politische Prozesse und gesellschaftliche Identität eine eigenständige Ebene der Analyse („Regio“) darstellen. Allen drei Perspektiven gemein ist die Nutzung von Daten zur Beantwortung ihrer jeweiligen Forschungsfragen. Ein weiteres Kernstück der Aktivitäten ist daher das Forschungsdatenzentrum Ruhr am RWI, um Datensätze zu sammeln, aufbereiten und der wissenschaftlichen Community zur Verfügung zu stellen. Die quantitative Analyseentscheidung erfordert umfassende Kenntnis statistischer Methoden sowie deren fallweise methodische Anpassung oder Weiterentwicklung. Daher komplettieren methodisch arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer vierten Methodik-Perspektive die Arbeit des Kompetenzfeldes. Diese Perspektive zielt darauf ab, orientiert an den inhaltlichen Fragestellungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und den daraus erwachsenden Anforderungen an die Aussagekraft der methodischen Ansätze, die für diese Analysen notwendigen statistischen Verfahren anzupassen und weiterzuentwickeln.

Mit dem Kompetenzfeld EWF werden die einschlägigen Aktivitäten unter einer gemeinsamen Klammer zusammengefasst und hierdurch eine erhöhte internationale Sichtbarkeit erreicht. Die bestehenden Aktivitäten werden koordiniert und weitergehende Kooperationen erzeugt. Das Kompetenzfeld dient so auch als Nukleus weiterer Verbundprojekte. Aktuelle gemeinsame Projekte sind folgend aufgelistet.

Wirtschaftswissenschaftliche Ethikkommission der Universitätsallianz Ruhr und des RWI

Forschungsprojekte der ökonomischen Forschung verwenden zunehmend experimentelle Methoden und Befragungstechniken, die auf die Teilnahme von Menschen als Versuchspersonen oder Interviewpartner angewiesen sind. Die Fakultät Wirtschaftswissenschaften der TU Dortmund, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Mercator School of Management der Universität Duisburg-Essen und das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. sind sich der Besonderheit der Beziehung zwischen Versuchsleiter/in bzw. Untersucher/in und Versuchsteilnehmer/in und der daraus resultierenden Verantwortung bewusst. Sie stellen sicher, dass durch die Forschung Würde und Integrität der teilnehmenden Personen nicht beeinträchtigt werden. Sie treffen alle geeigneten Maßnahmen, das Wohl der an der Forschung teilnehmenden Personen zu gewährleisten und mit der Forschung verbundene individuelle Risiken der teilnehmenden Personen auszuschalten.

Vor diesem Hintergrund haben die beteiligten Institutionen eine gemeinsame Kommission eingerichtet, die von den an den beteiligten Fakultäten und dem RWI tätigen Forscherinnen und Forschern zur Beurteilung ethischer Aspekte ihrer Forschung hinzugezogen werden kann. Diese führt die Bezeichnung "Wirtschaftswissenschaftliche Ethikkommission der Universitätsallianz Ruhr und des RWI" (nachstehend Kommission). Die Kommission beschränkt sich ausschließlich auf die Beurteilung ethischer Aspekte von Forschungsvorhaben, die von Forscherinnen und Forschern dieses Fachbereichs durchgeführt oder betreut werden.

Zu beachten

  • Nur Mitglieder der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der TU Dortmund, der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr Universität Bochum, der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und der Mercator School of Management der Universität Duisburg-Essen und des RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. können Anträge stellen.
  • Anträge können nur vor Beginn der Studie bzw. des Experiments gestellt werden.
  • Forschungsvorhaben, die invasive oder medizinische Eingriffe vorsehen, können von dieser Kommission nicht geprüft werden. Ein entsprechender Antrag muss bei der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät eingereicht werden.
  • Zur Antragstellung stehen Ihnen zwei Formulare zur Verfügung:
    1. Bitte überprüfen Sie zunächst, ob für Ihr Forschungsprojekt überhaupt eine ethische Begutachtung erfordert. Nutzen Sie dazu bitte diese Prüfliste. Sofern Sie alle Fragen mit „nein“ beantworten können, senden Sie die unterschriebene Prüfliste bitte an Thomas.Bauer@rwi-essen.de. Ihnen wird dann eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Kommission zugestellt.
    2. Wenn Sie eine oder mehrere Fragen mit „ja“ oder „weiß nicht“ beantworten, füllen Sie bitte das Antragsformular aus und senden dieses mit den erforderlichen Unterlagen an die o.g. Email-Adresse. Beachten sie bitte bei der Bearbeitung des Antrags die Hinweise zur Antragstellung.

Mitglieder

  • Prof. Dr. Thomas K. Bauer (Ruhr-Universität Bochum und RWI)
  • Dr. Gerrit Köchling (TU Dortmund)
  • Prof. Eugen Kovac, Ph.D. (Universität Duisburg-Essen)
  • Prof. Dr. Martin Nienhaus (Ruhr-Universität Bochum)
  • Prof. Dr. Sebastian Otten (Universität Duisburg-Essen)
  • Prof. Dr. Peter N. Posch (TU Dortmund)
  • Prof. Dr. Joachim Prinz (Universität Duisburg-Essen)
  • Philip Raatz (RWI)
  • Prof. Dr. Jürgen Wasem (Universität Duisburg-Essen)

Geschäftsordnung:

Geschäftsordnung


Forschungsprojekte
Statistik
Forschung
TU Dortmund
Forschung
LSCR
Gesundheit
Gesundheitsökonomik
Gesundheitswesen
Forschung
Big Data
Forschung
Professur
UA Ruhr
Beteiligte Lehrstühle
Ruhr-Universität Bochum
Universität Duisburg-Essen
TU Dortmund
RWI Essen